Magnesium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der vielfältige Aufgaben in unserem Körper erfüllt. Er ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt; unter anderem beeinflusst er Botenstoffe im Gehirn, die bei Migräne eine Rolle spielen. Fehlt dem Körper Magnesium, kann es zu neuromuskulären, kardialen oder neurologischen Funktionsstörungen kommen, so auch zu Migräne. Tatsächlich bestätigen zahlreiche Untersuchungen, dass MigränepatientInnen häufig erniedrigte Magnesiumspiegel im Blut und Gehirn aufweisen.1

Dieser Mineralstoffmangel scheint demnach den Energiestoffwechsel im Gehirn zu stören, es kommt zur plötzlichen Überaktivität der betroffenen Hirnareale. Die Betroffenen reagieren in der Folge überempfindlich auf bestimmte Reize, mit den typischen Begleitsymptomen wie Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit. Diese Übererregbarkeit des zentralen Nervensystems kann Magnesium verschiedenen Studien zufolge mindern – es hemmt die Entzündungsstoffe, wirkt krampflösend und hemmt die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln.2,3,4 Und auch in Kombination mit Coenzym Q10 und Mutterkraut (auch falsche Kamille genannt) zeigte die Einnahme von Magnesium einen signifikanten Rückgang der Migräneattacken und des damit verbundenen Medikamentenkonsums.5,6

In ihren Studien untersuchten die MedizinerInnen dabei die Wirkung von oral und intravenös verabreichtem Magnesium, mit beachtlichen Ergebnissen sowohl in der Akut- als auch prophylaktischen Therapie. So zeigte beispielsweise intravenös verabreichtes Magnesium eine signifikante Verbesserung für alle Symptome bei akuter Migräne, ganz gleich, ob die PatientInnen an einer Migräne mit oder ohne Aura litten.2,4 Oral gegeben, linderte der Mineralstoff die Häufigkeit und Intensität der Migräne, so dass die ForscherInnen den Einsatz von Magnesium ebenfalls in der Prävention für eine kosteneffektive und zielführende Option halten.2,4,7 Weiterer Vorteil dieser Therapie: Ein geringes Nebenwirkungsrisiko.5,8

Natürliche und wichtige Magnesiumlieferanten sind Vollkornprodukte, insbesondere Hirse und Roggen, sowie Samen und Nüsse, wie Weizenkeime, Kürbis- und Sonnenblumenkerne. Weitere Magnesiumquellen sind grünes Blattgemüse, Salate und Kakao. Für eine Migränebehandlung liefern diese Nahrungsmittel zwar nicht die erforderliche Menge des Mineralstoffes, wer ihn aber dennoch regelmäßig in den Speiseplan integriert, hilft dem Gehirn, den Energiestoffwechsel im Gleichgewicht zu halten.

Kristina Neuhuber, BSc.
Text basiert auf Neuhuber, K. (2018). Migräne und der Einfluss von Ernährung. (Bachelorarbeit), FH JOHANNEUM in Bad Gleichenberg. Unter Betreuung von Daniela Grach, MSc. Umgeschrieben für die Publikation in migraene-service.at durch Novartis Pharma.

Quellen

  1. Mauskop A, Varughese J.: Why all migraine patients should be treated with magnesium. J Neural Transm (Vienna). 2012 May;119(5):575-9. doi: 10.1007/s00702-012-0790-2. Epub 2012 Mar 18
  2. Gröber, U., Schmidt, J., Kisters, K. (2015). Magnesium in Prevention and Therapy. Nutrients. 7(9): 8199–8226. doi: 10.3390/nu7095388
  3. Baratloo, A., Mirbaha, S., Delavar-Kasmaei, H., Payandemehr, P., Elmaraezy, A., Negida, A. (2017). Intravenous caffeine citrate vs. magnesium sulfate for reducing pain in patients with acute migraine headache; a prospective quasi-experimental study. The Korean Journal of Pain. 30(3): 176–182. doi: 10.3344/kjp.2017.30.3.176
  4. Chiu, HY., Yeh, Th., Huang, YC. Chen PY. (2016). Effect of Intravenous and Oral Magnesium on Reducing Migraine: A Meta-analysis of Randomized Controlled Trials. Pain Physician. 2016 19 (1);E97-E112. Download vom 10. Dezember 2017, von http://www.painphysicianjournal.com/current/pdf?article=MjQ4Nw%3D%3D&journal=93
  5. Guilbot, A., Bangratz, M., Ait-Abdellah, S., Lucas, C. (2017). A combination of coenzyme Q10, feverfew and magnesium for migraine prophylaxis: a prospective observational study. BMC – Complementary & Alternative Medicine. 17,433. doi: 10.1186/s12906-017-1933-7
  6. D’Onofrio, F., Raimo, S., Spitaleri, D., Casucci, G., Bussone, G. (2017). Usefulness of nutraceuticals in migraine prophylaxis. Neurological Sciences. Vol.38, Supp.1, S117–120. Download vom 31. Dezember 2017, von https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10072-017-2901-1o
  7. Luckner, A., Riederer, F. (2017). Magnesium in Migraine Prohylaxis - Is There an Evidence-Based Rationale? A Systematic Review. Headache – The Journal of Head and Face Pain. doi: 10.1111/head.13217
  8. Izzo, AA., Hoon-Kim, S., Radhakrishnan, R., Williamson, EM. (2016). A Critical Approach to Evaluating Clinical Efficacy, Adverse Events and Drug Interactions of Herbal Remedies. Phytotherapy Research. 30(5), S 691–700. doi: 10.1002/ptr.5591