Migräne ist ein weit verbreitetes Leiden, das durch wiederkehrende Anfälle von heftigen, meist pochenden Kopfschmerzen charakterisiert ist. Dabei ist es mehr als nur ein vernichtender Kopfschmerz – die Migräne ist eine ernste neurologische Störung, bei der das Gehirn sprichwörtlich außer Kontrolle gerät.1,2

Während die üblichen Spannungskopfschmerzen den ganzen Kopfbereich oder die Stirn betreffen und sich bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr, Ruhe und Bewegung an der frischen Luft bessern, betrifft Migräne in der Regel nur eine Kopfhälfte. Der pulsierende-pochende Schmerz lässt sich dabei nicht ohne weiteres beseitigen, bei körperlicher Betätigung nimmt er meistens noch zu.3 Die Migränekopfschmerzen sind so schwer, dass ein normaler Alltag nicht mehr möglich ist. Die Betroffenen haben ein starkes Ruhe- und Rückzugsbedürfnis.

Im Unterschied zu „normalen“ Kopfschmerzen gehen die Attacken zudem fast immer mit Appetitlosigkeit und oft mit Übelkeit, Erbrechen sowie Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen einher. Die Intensität der einzelnen Attacken kann dabei stark variieren, die Dauer beträgt nach der Definition der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft zwischen 4 und 72 Stunden (unbehandelt).4,5 Bei Kindern sind die Attacken kürzer und können auch ohne Kopfschmerzen nur mit heftiger Übelkeit, Erbrechen und Schwindel einhergehen.6 Treten die Kopfschmerzen über einen Zeitraum von drei Monaten und an mehr als 15 Tagen im Monat auf, sprechen MedizinerInnen von chronischer Migräne.5

Migräneattacken können sich regelmäßig in kurzen Abständen wiederholen, dann aber auch für viele Wochen, Monate oder sogar Jahre ausbleiben.

Grundsätzlich unterscheidet man laut Internationaler Klassifikation verschiedene Migräneformen. Die zwei Hauptformen sind die Migräne ohne Aura und die Migräne mit Aura.5

Eine Heilung der Migräne ist nicht möglich, doch mit der richtigen Therapie lassen sich die Symptome zumindest lindern und die Lebensqualität erheblich verbessern. Eine weitere Kopfschmerzart ist der Cluster-Kopfschmerz. Dieser ist durch starke, halbseitige Schmerzanfälle in der Augen- oder Schläfenregion charakterisiert oder verbunden mit vegetativen Störungen einer Gesichtshälfte. Mögliche Symptome sind eine Rötung des Gesichts, vermehrter Tränenfluss, erhöhte Nasensekretion und Pupillenverengung.7

Quellen

  1. Migraine Research Foundation. Migraine Fact Sheet 2015: www.migraineresearchfoundation.org, letzter Zugriff am 24.01.2018
  2. National Institute for Neurological Disorders and Stroke: www.ninds.nih.gov, letzter Zugriff am 24.04.2018
  3. Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Therapie des episodischen und chronischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp: www.dgn.org, letzter Zugriff am 24.04.2018
  4. Neurologen und Psychiater im Netz: Was ist Migräne?: www.ihs-klassifikation.de, letzter Zugriff am 24.04.2018
  5. The International Classification of Headache Disorders 3rd edition: www.ichd-3.org letzer Zugriff am 24.04.2018
  6. Diener H.-C., Gaul C., Kropp P. et al., Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, S1-Leitlinie, 2018, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org, letzter Zugriff am 24.04.2018
  7. Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen: www.dgn.org, letzter Zugriff am 24.04.2018